Pictogramm Schach

Tag 1

Runde 1

Er kommt mit etwas Verzögerung, der erste Bericht, aber er kommt!

Die größte Herausforderung bei der diejährigen DVM U20 dürfte dieses Jahr, neben der Tatsache, dass wir ersatzgeschwächt sind, vor allem sein, dass wir die nächsten Runden einschließlich heute einstweilen zu fünft antreten müssen. Hierbei stellte sich uns die Frage, ob wir aufrutschen müssen oder das erste Brett freilassen dürfen. Letzeres wurde uns von der DSJ sowohl auf meine Nachfrage als auf die von Phillip W. zugesichert, dass dies ok sei. Die Gegner der 1. Runde, die SF Karlsruhe 1853 (letztgesetztes Team) hatten allerdings eine andere Meinung dazu und legten Protest ein - es ginge ja wohl nicht an, eine Spielerin zu melden, die gar nicht vor Ort sei (der geübte Leser wird wissen, wer gemeint ist ;-)) - der Protest wurde abgewiesen. Doch zum Kampf selbst:

Sven glich den Rückstand aus. Die vorbereitete Variante im Sizilianer kam zwar nicht aufs Brett, der Gegner versuchte sich an 1. e4 c5 2. Sf3 d6 3. b4?!. Sven widerlegte diese fragwürdige Variante souverän und verwertete das Mehrmaterial sauber. Von Simons Partie habe ich nicht viel mitbekommen, aber er bekam die vorbereitete Variante im Vierspringerspiel mit Schwarz und konnte später im Mittelspiel eine Qualität einsacken, die den vollen Punkt brachte. Phillip K. bekam ebenfalls seine Vorbereitung aufs Brett (so kann es weiter gehen!), baute als Weißer seinen Eröffnungsvorteil aus und gewann später einen Bauern, was ihm einen entfernten Freibauern auf der a-Linie brachte. Philipp W. kam trotz wenig Schlaf gut mit der unkonventionellen Eröffnungsbehandlung (1. d3!?) seines Gegners zurecht und schaffte es, im Mittelspiel materiell in Vorteil zu kommen. Diesen Vorteil verwertete Philipp in erfahrener Manier. Am längsten kämpfen musste Kevin; er  schaffte es nicht, wirklichen Vorteil in einem Spanier als Weißer rauszuholen und geriet positionell etwas in Nachteil, nachdem der Gegner am Damenflügel aktives Spiel aufzog und Kevins Läufer dem gegnerischen Springer unterlegen war. Diesen Vorteil transferrierte der Gegner aber dann fälschlicherweise in ein Turmendspiel mit Mehrbauern, welches kaum (= nur mit sehr viel Mithilfe von Kevin) zu gewinnen wäre. Kevin verteidigte dieses Endspiel souverän, Remis.

Endstand: SF Karlsruhe vs. SC Erlangen                  1,5-4,5

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Runde 2

Diese Runde verlief leider gar nicht gut für uns. Die Auslosung der 2. Runde kam erst 20 Minuten vor deren Beginn (die 1. Runde zog sich extrem lang hin), sodass eine ordentliche Vorbereitung kaum noch in Frage kam. In der knappen Zeit übersahen/vergaßen wir zudem, dass wir erneut zweitgenannte Mannschaft in dieser Runde waren und daher Partien der "falschen Farbe" der Gegner ansahen. Ein ärgerliches Missgeschick, dass vielleicht auch für das folgende Malheur mitursächlich war: Kevin lieferte sich ein Theoriegemetzel mit seinem Gegner in einem Drachensizilianer, leider mit ungünstigen Ausgang für ihn, nach eigener Aussage "kannte sich der Gegner besser aus als ich, er hätte diese Variante auch im Internetfernschach schon mit Erfolg getestet". Auch sonst lief es nicht gut: Phillip K. verlor trotz guter Eröffnungsbehandlung im Mittelspiel durch einen Fehler eine Figur, Sven spielte nach eigener Aussage eine "einfach schlechte Partie". Philipp W. spielte eine komplizierte Partie, in welcher er Turm und Figur opferte und dafür die gegnerische Dame erobern konnte, allerdings unter Draufgabe seines zweiten Turms. Diese Materialverteilung ist zwar grundsätzlich ziemlich nachteilig, drei verbundene Freibauern (f-h) von Philipp hielten allerdings gut dagegen. Schlussendlich endete die Partie remis wobei Philipp noch meinte, einen Gewinn ausgelassen zu haben. Das zweite Remis gegen einen deutlich stärkeren Gegner steuerte Simon bei, der zwischenzeitlich eine Qualität für einen Bauern hatte, allerdings sei die Stellung kompliziert gewesen.

(Nebenbemerkung: konkretere Angaben zu den Partien meinerseits sind schwer möglich, es ist den Betreuern nur erlaubt, vom Gang auf die Bretter zu blicken und nicht die einzelnen Reihen der Tische hinter den Spielern entlangzugehen; sodass es schwer ist, den Partien der Bretter, welche vom Gang weiter weg sind, zu folgen. )

Ergebnis: SG Porz vs. SC Erlangen                                  5:1