
Tag 4
Runde 7
An die 7. Runde gingen wir mit einigen Optimismus ran, wir bekamen es mit dem Heilbronner SV zu tun, einem der Gegner, der ähnlich wie wir bereits ordentlich Federn gelassen hatte. Zudem trudelte die gute Nachricht ein, dass Hanna (endlich :D) spielen würde, wir also zum ersten Mal vollzählig sein würden (ja liebe SF Karlsruhe, wir haben euch nicht verarscht; das war ernst gemeint, dass sie noch kommt und nicht nur eine vage Behauptung ;)) Philipp W. hatte das besondere Vergnügen, gegen seinen Bruder antreten zu dürfen (wann kommt das bitte mal bei einer DVM vor...). Dieser kam m.E. als Weißer in einem Abtausch-Slawen gar nicht so schlecht aus der Eröffnung raus und hatte sogar vielleicht leichten Vorteil. Philipp berichtete mir allerdings nach der Partie, dass es ihm so vorkam, als würde er (sein Bruder) diese Partie "nicht richtig ernst nehmen, v.a. seine Züge". So kam es, dass Patrick Wenninger leichtfertig Material einstellte und sofort aufgab. Von Simons Partie habe ich leider gar nichts mitbekommen, es war über die ganze DVM schwer, dieses Brett vom Gang aus zu beobachten. Wichtig und erfreulich zugleich ist allerdings zu erwähnen, dass Simon den ganzen Punkt holte. ;-) Die Partie von Kevin verfolgte ich dagegen eingehend. In der Vorbereitung hatten wir festgestellt, dass der Gegner auf 1.e4 ausschließlich Caro-Kann spielt, worauf Kevin überhaupt gar keine Lust hatte. Erfolgreich schaffte ich es ihn dazu zu bewegen, das erste Mal 1. d4 in einer Langzeitpartie zu spielen. Es kam die Tauschvariante im abgelehnten Damengambit (1. d4 d5 2. c4 e6 3. Sc3 Sf6 4. cxd5!?) wie beabsichtigt, was dem Gegner ein leises genervtes Stöhnen entfahren ließ. ;-) Der Gegner wählte später mit b6, Lb7, c5 einen für dieses System eher seltenen Aufbau (gewöhnlich ist eher c6, der Läufer verbleibt auf der Diagonale c8-h3), doch Kevin kam gut damit zurecht und spielte die richtigen Züge und nahm das etwas wackelige Zentrum des Gegners unter Beschuss. Gegnerische Versuche auf Gegenspiel wurden im Keim erstickt. Schlussendlich schaffte es Kevin, erst einen Bauern, dann noch weitere abzuräumen und seinen Gegner mattzusetzen, nachdem dieser zu immer verzweifelteren Zügen gegriffen hatte. Eine sehr schöne Partie, die Furcht mal was ganz Neues einfach so zu spielen war völlig unbegründet! Hannas Gegner konnte zunächst in der Eröffnung eine relativ komfortable Position erreichen, dennoch gelang es ihr, durch kombiniertes Druckspiel eine Bauernschwäche es Gegners auf d6 zu schaffen. Hanna meinte nach eigener Aussage, zwischendurch nicht optimal gespielt zu haben, die Partie endete schließlich Remis, nachdem gegnerische Entlastungsmöglichkeiten nicht hinreichend abgewehrt hätten werden könnten. Phillip K. Partie endete Remis, der genaue Partieverlauf ist mir leider nicht bekannt. Sven spielte als Schwarzer die Tarrasch-Verteidigung im abgelehnten Damengambit, die Stellung wirkte die ganze Zeit über relativ ausgeglichen. Sven agierte vielleicht an manchen Stellen etwas passiv (etwas weniger Raum war die Folge), was sich im Nachhinein gewissermaßen jedoch voll auszahlen sollte. Der Gegner versuchte auf Biegen und Brechen, wenigstens noch einen Punkt für Heilbronn zu holen, obwohl das entstandene Läuferendspiel fast schon todremis wirkte. Einige Zeit später stand dann ein Bauernendspiel auf dem Brett, was ebenfalls remis war. Nachdem die Bauern am Königsflügel sich aufgelöst hatten, wanderte Svens König zum Damenflügel hinüber und schnappte sich den weißen b5-Bauern (er selbst hatte auch noch den b-Bauern). Das folgende vermeidbare Drama für Svens Gegner ist nur so erklärbar: 1) eine Mischung aus Laschheit und Unachtsamkeit, vielleicht auch Resignation in dem Irrglauben, das Endspiel sei doch verloren; oder 2) Wissenslücken zum Thema der Königsopposition. Jedenfalls marschierte Svens b-Bauer zur Grundreihe durch, damit stand es 5-1.
Endstand: SV Heilbronn vs. SC Erlangen 1-5
Gesamtfazit:
Mit dem 12. Platz von 16 teilnehmden Teams können wir im Großen und Ganzen recht zufrieden sein. Wir konnten selbst nur zu fünft, dazu noch etwas ersatzgeschwächt, der Mehrzahl unserer Gegner, welche selbst überwiegend auf dem Papier favorisiert waren, durchaus Probleme bereiten. Für künftige DVMs ist somit auf jeden Fall ordentlich Potential vorhanden.
Vielen Dank auch an Frank Wallis für das Zurverfügungstellen des VW Multivan. Die Lacher über das zuverlässige, aber schon etwas in die Jahre gekommene Gefährt, was mit manchen steileren Anstiegen auf der A7 so seine Probleme hatte, werden so schnell nicht vergessen werden. ;-)